Sonntag, 19. August 2007

Ephebopus cyanognathus

Ephebopus cyanognathus West & Marshall, 2000

Herkunft: Französisch Guyana
Lebensweise: röhrenbewohnend
Endgröße: 5 cm Körperlänge (Weibchen)

Erstbeschreibung: West, R. C. & S. D. Marshall. Description of two new species of Ephebopus Simon, 1892 (Araneae, Theraphosidae, Aviculariinae). Arthropoda 8(2): 6-14.

Allgemeine Beschreibung: Derzeit gehört die Gattung Ephebopus der Unterfamilie Aviculariinae an und zählt somit zu den Baumbewohnern. Der Habitus dieser Gattung, die größtenteils röhrenbewohnende Lebensweise und die Tatsache, dass die Tiere Reizhaare an den Femora der Pedipalpen haben, sprechen aber deutlich gegen die Einteilung in diese Unterfamilie und lassen eine Revision in naher Zukunft vermuten. Weibchen erreichen eine reine Körperlänge von ca. 4-5cm, adulte Männchen ca. 3cm. Adulte Weibchen haben einen bräunlich-beigen Carapax, mit dunkleren Stellen im Bereich des Augenhügels, der leicht grünlich schimmert. Das Abdomen ist glänzend grün-beige gefärbt und mit einigen wenigen rötlichen Haaren bestückt. Die hinteren zwei Beinpaare haben eine bräunlich-orange Grundfarbe, die beiden vorderen und die Pedipalpen hingegen haben eine dunkelbräunlich graue. An allen Beinen und den Pedipalpen befindet sich ein deutlicher gelber Ring zwischen Femur und Patella. Ein weiteres, beeindruckendes Merkmal sind die metallisch glänzenden Chelizerenbasalglieder, die bei Spiderlingen und juvenilen Tieren blau und später lila gefärbt sind. Dadurch unterscheidet sich Ephebopus cyanognathus von Ephebopus uatuman. Adulte Männchen sind ähnlich gefärbt, jedoch in der Gesamtheit dunkler.

Vom Verhalten her reagiert Ephebopus cyanognathus äußerst hektisch auf Störungen, bevorzugt aber als Verteidgung den Rückzug, falls dieser möglich ist. Ist diese Möglichkeit nicht gegeben, dann verteidigt sich diese Art meistens durch den Einsatz der Brennhaare an den Pedipalpen. Es gibt jedoch auch Tiere, die sich bei Belästigung direkt in Drohstellung aufstellen, mit den Vorderbeinen zuschlagen und auch nicht davor scheuen zu beißen.


Haltung: Der Schlüssel für ein defensives Verhalten, ist die richtige Haltung dieser Art. Anders als andere Vertreter der Unterfamilie Aviculariinae, hält man die Gattung Ephebopus nicht als Baum- sondern als Röhrenbewohner. Dafür eignen sich einerseits normale Terrarien, in die man Erde in einem 45 Grad Winkel nach hinten hin aufschüttet, aber auch sogenannte "Haplopelma-Tanks", hohe Vorratsdosen oder "Fürstplast"-Dosen. Alle Alternativen haben gemein, dass man die Erde mit mindestens ca. 15cm einfüllt. Der Bodengrund sollte zudem fest gedrückt werden und grabfähig sein. Dafür eignet sich z.B. ein Gemisch aus torfhaltiger Blumenerde mit etwas Sand oder lehmhaltiger Walderde. Zusätzlich sollte man eine Röhre mit einem Holzstab vorstechen, welche in der Regel schnell angenommen und ausgebaut wird. Das Substrat sollte ständig leicht feucht sein, wobei aber trotzdem für eine gute Belüftung zu sorgen ist. Das Hinzufügen tropischer weißer Asseln, die Schimmel und Futtertierreste essen, hat sich bei mir außerdem sehr bewährt.

Ich bevorzuge die Haltung in "Fürstplast"-Dosen, einerseits wegen Platzersparnis und der Kostengünstigkeit, anderseits finde ich sie auch optisch durchaus ansprechend.

Die Temperaturen sollten tagsüber ca. 23-25 Grad Celsius betragen und können nachts auf 19-20 Grad abfallen. Eine jahreszeitlich bedingte Schwankung ist durchaus wünschenswert, wodurch die Temperaturen im Sommer auch einmal höher und immer Winter niedriger ausfallen können. Eine Beleuchtung ist nicht erforderlich.

Anfängerempfehlung?
- Nein. Als Anfängertier würde ich Ephebopus cyanognathus nicht empfehlen. Der Grund ist nicht die Aggressivität dieser Art, die bei richtiger Haltung zu vernachlässigen ist, sondern die anspruchsvollere Haltung und die Tatsache, dass diese Art bei richtiger Haltung eher selten bzw. so gut wie gar nicht zu sehen ist.

Aktuelle Preise: Adulte Weibchen sind derzeit sehr selten und kosten ca. 60€. Adulte Männchen werden etwas öfter angeboten und bewegen sich bei ca. 40€. Spiderlinge in der 1.FH kosten ca. 12€ und sind regelmäßig erwerbbar.

Zucht:
Bisher hatte ich keine erfolgreiche Nachzucht und kann daher wenig eigene Erfahrung einbringen. Meine einzige Verpaarung dauerte sehr lange, weil sowohl Männchen als auch Weibchen sehr vorsichtig vorgingen. Der Akt ansich ging dann sehr schnell und die Tiere trennten sich danach friedlich. Man sagt, dass Ephebopus cyanognathus nicht besonders schwer zu züchten ist und nach erfolgreicher Verpaarung fast immer einen Kokon baut. Dieser sollte nach 6-7 Wochen entnommen werden, weil diese Art wohl dazu neigt, den Kokon vorzeitig zu fressen.

Der Kokon enthält in der Regel 80-150 Eier.

adultes Weibchen


adultes Männchen


Spiderling 5. Fresshaut

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